Wenn Realität und Vorstellung auseinander klaffen – Preview

Wer kennt die Situation nicht. Du bist auf der Suche nach dem idealen Partner. Ihr erlebt viel Spaß und passt scheinbar gut zusammen. Doch ehe die Verliebtheit in Fahrt kommen kann, entpuppt sich der Abend als Reinfall. Oder du glaubst, den passenden Gegenstand gefunden zu haben, und erlebst die böse Montagsüberraschung. Heute geht es um das Thema Erwartungshaltung und deine Bereitschaft, sie zu erfüllen. Je weiter diese beiden auseinandergehen, umso größer ist die anschließende Enttäuschung.

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Wie du dich von deinem Guten abschneidest

Auf meinen Streifzügen nach dem passenden Objekt meiner Begierde bin ich oft erstaunt, wie positive und negative Meinungen so weit voneinander abweichen. Ein und dasselbe Produkt ist grottig schlecht und absolut genial. Wie kann das sein? Vielleicht hast du die Erfahrung gemacht, dass du vor neuen Freunden gewarnt wurdest. Oder viele Vorurteile und Meinungen gehört hast und einen großen Bogen um jemanden machst – ohne jemals ein Wort mit ihm oder ihr gewechselt zu haben. Und bei einer zufälligen Begegnung findest du heraus, dass die ganzen Meinungen Geschwätz sind und dich davon abgehalten haben, eine wundervolle Freundschaft zu entdecken. Ich erinnere mich gern an den Film, „Kevin allein zu Haus.“ Besonders an die Szene, als Kevin in die Kirche geht und mit dem Nachbarn konfrontiert wird, vor dem er Angst hat. Weil sein Bruder Bud ihm Schauergeschichten über den alten Mann erzählt hat. In der Szene wird aus dem bösen Monster plötzlich ein Mensch, der liebenswürdig ist. Aber diese liebe Seite kann er erst zeigen, wenn die Mauer der Vorurteile und Erwartungen eingerissen ist

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Deine Erwartungshaltung

„Was du nicht willst, was man dir tut, das füge auch keinem anderen zu.“

Diese goldene Regel kennen wir alle. Sie ist nicht einfach in die Tat umzusetzen. Besonders, wenn starke negative Emotionen wie Hass, Wut und Enttäuschung im Spiel sind. Dann neigen wir dazu, das Gegenüber oder den Gegenstand für unser Gefühl verantwortlich zu machen, anstatt die eigene Erwartungshaltung zu überprüfen und mit der Bereitschaft, sie zu erfüllen, abzugleichen. Ich finde, die goldene Regel sollte zeitgemäß um den Gegenpol ergänzt werden:

„Was du von anderen erwartest, musst du bereit sein, selbst zu tun.“ 

Ich habe viele Enttäuschungen erlebt. Besser gesagt, ich habe mich tausende Male enttäuscht. Der Grund war niemals das Verhalten meiner Mitmenschen oder die Qualität der Gegenstände. Sondern meiner Missachtung der zweiten wichtigen Regel. „Was du von anderen erwartest, musst du bereit sein, selbst zu tun.“  Mein Level der Erwartungshaltung wich weit von meiner Bereitschaft ab, diese zu erfüllen und alles Notwendige in meiner inneren Welt und der äußeren Welt dafür zu tun.

Nehmen wir zwei Beispiele:

  • Ein Bekannter von mir wollte sich vor vielen Jahren ein neues und größeres Auto kaufen. Er war bisher begeisterter Kunde von einer bestimmten Marke. Allerdings schreckte ihn der Preis seines Wunschmodells ab. Nach wochenlanger Suche und Recherche fand er heraus, dass eine andere Automarke eine angeblich baugleiche Karosserie bot und fünftausend Euro günstiger war. Also blieb er innerlich auf seinem bisherigen Bereitschaftslevel stehen und kaufte sich das Ersatzmodell in der Hoffnung, dass es seine Erwartungen erfüllt. War er mit seiner Wahl glücklich? Nein. Anstatt sich über den Kauf zu freuen, erzählte er jedem, dass er jetzt das Ersatzmodell fahren muss, weil er sich sein Wunschauto nicht leisten wollte und unverschämt teuer war. Preislich wäre es für ihn ohne Probleme möglich gewesen, aber seine Erwartung und Erfüllungsbereitschaft klafften zu weit auseinander.
  • Eine Freundin von mir hat sich auf eine Beziehung eingelassen. Die beiden haben sich auf Anhieb verstanden und tauchten in eine Welt der rosaroten Brille ein. Alles war super und wundervoll, was sie zusammen erlebten und sich erzählten. Ihre Verliebtheit wuchs und nach Jahren war das erste Kind unterwegs. Plötzlich kippte die Stimmung. Beide verstanden sich nicht mehr und sagten, dass der Partner sich um hundertachtzig Grad gedreht hatte. Derweil waren sie dieselben Menschen, wie vorher. Ihre Erwartungshaltungen an den Partner scheiterten an ihrer Weigerung, diese Erwartungen selbst ebenfalls zu erfüllen. Jeder von beiden stellte hohe Ansprüche und hielt es nicht für notwendig, diesen selbst gerecht zu werden. Die Folge war gegenseitige Enttäuschung.

Ich habe jahrelang den Fehler gemacht, von meiner Familie und Freuden etwas zu erwarten, was ich nicht bereit war, zu tun. Meine Ausrede: „Bei mir ist das was vollkommen anderes.“ Nein, ist es nicht. Wer diese Denkgewohnheit pflegt, braucht sich nicht wundern, wenn er sich jeden Tag erneut enttäuscht.

  • Wenn ich nicht bereit bin, das Geforderte selbst zu tun, kann ich nicht erwarten, dass andere es müssen.
  • Wenn ich nicht bereit bin, den Preis zu bezahlen, kann ich nicht erwarten, das passende Produkt zu bekommen.
  • Wenn ich nicht bereit bin, in einer Beziehung an mir zu arbeiten, dann muss das mein Partner/in ebenfalls nicht.

Es geht hier nicht um faule Kompromisse oder anderen den Willen zu tun. Es geht darum, dass du das, was du erwartest, ebenfalls erfüllen musst. Sonst bekommst du es nicht vom Leben.

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Erwartungshaltung vs Erfüllungsbereitschaft

Wir Menschen wünschen uns vieles. Den idealen Partner, ein prall gefülltes Konto, den Traumjob, das Traumhaus, großartige Freunde, die uns jederzeit unterstützen. Das alles ist in Ordnung und jederzeit möglich – wäre da nicht die Voraussetzung, unseren eigenen Ansprüchen genügen zu müssen. Eine hohe Erwartungshaltung kann motivieren und anspornen. Übertrifft sie die Erfüllungsbereitschaft um ein Vielfaches, entsteht eine Schere, die dich davon abschneidet.

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Die Geldwertschere

Ich nenne es die Geldwertschere, weil deine Vorstellung von einem Gegenstand die eine Schneide ist und der Wert, den du bereit bist, zu zahlen, die andere. Je weiter diese beiden aufklaffen, umso größer bist du davon entfernt, dein Ziel zu erreichen …

 


Der gesamte Artikel beinhaltet 2813 Worte

  • Warum deine Vorstellung von der Realität abweicht.
  • Mit welchem Verhalten du das Gute von dir abschneidest.
  • Wie du deine Erfüllungsbereitschaft anheben kannst, das Gute zu erreichen.
  • Wie du glücklichere Beziehungen eingehen kannst ohne enttäuscht zu werden. 

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